Funkmikrofon-Frequenzen in Deutschland – einfach erklärt
MEIN MIPRO-RATGEBER
Welcher Frequenzbereich passt zu Ihrem Funkmikrofon?
Vielleicht haben Sie beim Aussuchen eines MIPRO-Funkmikrofons schon einmal vor den Bezeichnungen 5NB, 6A, 6B oder 8AD gestanden und sich gefragt: Was soll ich denn damit anfangen? Genau das möchte ich Ihnen hier ohne komplizierte Fachsprache erklären.
Mir ist wichtig, dass Sie nicht einfach irgendeine Variante bestellen, sondern ein System auswählen, das zu Ihrem Einsatz in Deutschland passt.

Warum gibt es überhaupt verschiedene Frequenzbereiche?
Ein Funkmikrofon überträgt Ihre Stimme ohne Kabel an einen Empfänger. Dafür nutzt es eine Funkfrequenz. Stellen Sie sich die verschiedenen Frequenzen wie Fahrspuren auf einer Straße vor: Wenn mehrere Geräte dieselbe Spur benutzen, können sie sich gegenseitig in die Quere kommen.
Deshalb werden Funkmikrofone in unterschiedlichen Frequenzbereichen angeboten. Welche Variante sinnvoll ist, hängt davon ab, wo Sie das System einsetzen, welche anderen Funkanlagen dort arbeiten und ob der Frequenzbereich für Ihren Einsatz erlaubt ist.
Ein höherer MHz-Wert bedeutet übrigens nicht automatisch besseren Klang. Auch die Reichweite lässt sich nicht allein an der Zahl ablesen. Gerätequalität, Antennen, Wände und die Situation vor Ort spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Meine einfache Orientierung vor dem Kauf
Gut zu wissen
„Allgemein zugeteilt“ heißt nicht, dass jeder Frequenzbereich für jeden Zweck geeignet oder erlaubt ist. Gerade bei den UHF-Bereichen zwischen 470 und 698 MHz ist der professionelle Einsatz entscheidend. Wenn Sie unsicher sind, helfe ich Ihnen lieber vor dem Kauf bei der Einordnung.
Diese MIPRO-Frequenzvarianten finden Sie in meinem Sortiment
Die Buchstaben und Zahlen in Klammern sind die MIPRO-Bezeichnungen der jeweiligen Frequenzgruppe. Die MHz-Angaben verraten, in welchem Bereich das Gerät arbeiten kann.
| MIPRO-Kürzel | Frequenz | Einfach erklärt |
|---|---|---|
| 5UA | 482–554 MHz | UHF für professionelle Produktionen; breiter Einstellbereich. |
| 5CA | 494–542 MHz | UHF für professionelle Produktionen. |
| 5NB | 518–542 MHz | UHF für professionelle Produktionen. |
| 5GB | 542–590 MHz | UHF für professionelle Produktionen. |
| 5UB | 554–626 MHz | UHF für professionelle Produktionen. Achtung: 608–614 MHz sind in der einschlägigen Zuteilung ausgenommen. |
| 6A | 620–644 MHz | UHF für professionelle Produktionen. |
| 6B | 644–668 MHz | UHF für professionelle Produktionen. |
| 8AD | 823–832 MHz | Allgemein zugeteilter Bereich für passende Funk-Audiogeräte; gute erste Option für viele Einsätze. |
| 8A | 863–865 MHz | Allgemein zugeteilter Bereich für bestimmte passende Funk-Audiogeräte; nur wenig Platz für mehrere gleichzeitige Strecken. |
| 5,8 GHz | ca. 5,73–5,85 GHz | Alternative bei passenden MIPRO-Systemen; eigene technische Nutzungsbedingungen. |
Die Übersicht zeigt die Frequenzvarianten, die in meiner MIPRO-Artikelliste geführt werden. Sie ist keine pauschale Nutzungserlaubnis für jede einzelne Frequenz innerhalb eines Gerätebereichs.
Was sind die Vor- und Nachteile?
823–832 MHz (8AD): Für viele Anwender ein guter Ausgangspunkt
Diesen Bereich sehe ich mir gern zuerst an, wenn jemand eine unkomplizierte Funklösung für Deutschland sucht. Er ist für passende Funk-Audiogeräte allgemein zugeteilt. Das heißt aber nicht, dass er überall störungsfrei ist. Auch andere Nutzer können dort funken. Wenn viele Systeme gleichzeitig laufen sollen, kann der Platz knapp werden.
863–865 MHz (8A): Praktisch, aber schmal
Auch dieser Bereich kann für passende Geräte eine Lösung sein. Er ist allerdings nur 2 MHz breit. Ich würde ihn deshalb eher für einzelne Funkstrecken prüfen als für eine Veranstaltung mit vielen gleichzeitig betriebenen Funkmikrofonen.
UHF zwischen 482 und 698 MHz: Viel Auswahl für professionelle Einsätze
Die Frequenzgruppen 5UA, 5CA, 5NB, 5GB, 5UB, 6A und 6B bieten – je nach Gerät – unterschiedliche Einstellmöglichkeiten. Das kann bei professionellen Veranstaltungen mit mehreren Mikrofonen hilfreich sein. Allerdings sind diese Frequenzen nicht pauschal für beliebige private Einsätze freigegeben. Sie werden außerdem teilweise gemeinsam mit anderen Funkdiensten genutzt. Deshalb muss man vor Ort nach freien, geeigneten Kanälen suchen.
Wichtig bei 5UB (554–626 MHz)
Dieser Gerätebereich reicht über 608–614 MHz hinweg. Für genau diesen Abschnitt sieht die aktuelle Allgemeinzuteilung für Funkmikrofone zwischen 470 und 698 MHz keine Freigabe vor. Deshalb gilt: Nicht jeden technisch einstellbaren Kanal dürfen Sie auch nutzen.
5,8 GHz: Eine Alternative bei geeigneten MIPRO-Systemen
Einige mobile MIPRO-Lautsprechersysteme gibt es auch mit 5,8-GHz-Funk. Das ist kein automatisch besserer oder schlechterer Klang, sondern eine andere Art der Funkübertragung. Je nach Umgebung können Hindernisse und andere Funkgeräte eine größere Rolle spielen. Ich achte hier besonders darauf, dass Sender und Empfänger zusammenpassen und die für Deutschland zulässigen Geräteeinstellungen verwendet werden.
Was ist in Deutschland erlaubt?
Hier gibt es eine wichtige Unterscheidung, die ich Ihnen offen erklären möchte:
- 823–832 MHz (8AD): Für geeignete drahtlose Audiogeräte allgemein zugeteilt. Die technischen Vorgaben des Geräts und der Zuteilung müssen eingehalten werden.
- 863–865 MHz (8A): Für bestimmte geeignete Audiogeräte ebenfalls allgemein zugeteilt, mit eigenen technischen Grenzen.
- 470–608 MHz und 614–698 MHz: Die aktuelle Allgemeinzuteilung sieht die Nutzung für professionelle Produktionen vor, beispielsweise bei professioneller Veranstaltungstechnik, Theater oder Konzertproduktionen. Für beliebige private Nutzungen ist das keine allgemeine Freigabe.
- 5,8 GHz: Für geeignete Geräte gibt es eigene Regeln für Funkanwendungen geringer Reichweite. Auch hier ist die konkrete Geräteausführung entscheidend.
Die Zuteilung für professionelle Funkmikrofone im Bereich 470–608 und 614–698 MHz ist nach der aktuellen Regelung bis 31. Dezember 2030 befristet. Welche Nutzung danach möglich sein wird, steht derzeit nicht fest. Darum würde ich bei einer Anschaffung für viele Jahre diese Entwicklung mitbedenken.
Eine allgemeine Frequenzzuteilung bedeutet außerdem nicht, dass die Frequenz an Ihrem Veranstaltungsort automatisch frei ist. Andere Funkanlagen können den Empfang beeinflussen.
Drei Dinge prüfe ich vor einer Empfehlung
- Wo wird das Mikrofon eingesetzt? Zum Beispiel in einer Schule, einer Kirche, einem Verein, auf einer professionellen Bühne oder bei wechselnden Veranstaltungen.
- Wie viele Mikrofone sollen gleichzeitig laufen? Ein einzelnes Mikrofon ist etwas anderes als zehn Funkstrecken auf derselben Bühne.
- Gibt es schon MIPRO-Geräte? Dann müssen nicht nur die Frequenzangaben, sondern auch die jeweilige Gerätefamilie und die Kompatibilität von Sender und Empfänger zusammenpassen.
Mein Tipp: Wenn Ihr Empfänger schon vorhanden ist, schicken Sie mir am besten die genaue Modellbezeichnung und den aufgedruckten Frequenzbereich. Dann muss niemand auf Verdacht bestellen.
Häufige Fragen
Ist 6B besser als 6A?
Nein, nicht grundsätzlich. Beide Gruppen liegen in unterschiedlichen UHF-Frequenzbereichen. Entscheidend ist, welcher Bereich für Ihren professionellen Einsatz geeignet ist und welche Frequenzen vor Ort frei sind.
Kann ich einen 5NB-Sender mit einem 6A-Empfänger verwenden?
In der Regel nicht. Sender und Empfänger müssen auf passenden Frequenzen arbeiten und technisch zueinander passen. Auch wenn sich Frequenzbereiche überschneiden, ist die Kompatibilität nicht automatisch gegeben.
Kann ich mehrere Funkmikrofone gleichzeitig nutzen?
Ja, mit der passenden Technik und geeigneten, aufeinander abgestimmten Frequenzen. Wie viele gleichzeitig zuverlässig funktionieren, hängt vom System und von den Bedingungen vor Ort ab. Eine feste Zahl allein aus der Frequenzgruppe abzuleiten wäre unseriös.
Reicht es, wenn ich einen freien Kanal am Empfänger auswähle?
Das ist ein wichtiger Schritt, aber nicht der einzige. Der Kanal muss auch für Ihren Einsatzzweck in Deutschland erlaubt sein. Bei professionellen Veranstaltungen sollten alle Funkstrecken miteinander abgestimmt werden.
Sie sind noch unsicher? Ich helfe Ihnen bei der Auswahl.
Schreiben Sie mir einfach, welches MIPRO-Gerät Sie interessiert, wo Sie es einsetzen möchten und wie viele Mikrofone Sie benötigen. Dann kann ich Ihnen erklären, welche Frequenzvariante für Ihre Situation sinnvoll sein könnte – verständlich und ohne unnötige Fachbegriffe.
Schreiben Sie mir eine E-MailStand der Hinweise: Oktober 2026 · Gültig für Deutschland. Frequenzregeln können sich ändern. Maßgeblich sind die jeweils geltenden Vorgaben der Bundesnetzagentur und die zulässigen technischen Einstellungen Ihres Geräts.
Offizielle Informationen: Bundesnetzagentur – Allgemeinzuteilungen